Archive for January, 2008

Türkei - Tote und Verletzte nach Anschlag auf Militärkonvoi

Thursday, January 3rd, 2008

Im Südosten der Türkei hat eine Autobombe fünf Menschen in den Tod gerissen und 70 weitere verletzt. Bislang bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die Autobombe sei ferngezündet worden, als ein Militärfahrzeug eine Straße im Stadtzentrum passiert habe, sagte Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu am Donnerstag. Nur rund hundert Meter vom Anschlagsort in Diyarbakir entfernt befinden sich ein Armeestützpunkt und Unterkünfte der Streitkräfte. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und die US-Botschaft in Ankara verurteilten den Anschlag als „terroristischen Akt“. Zunächst war unklar, wer hinter dem Anschlag steckte. ZUM THEMA Nordirak:
Türkei fliegt erneut Angriffe Studie:
„Türkei kann PKK nie besiegen“ Irak:
USA unterstützten türkische Luftwaffe Furcht vor weiteren Explosionen

Diyarbakir ist eines der Zentren des Unabhängigkeitskampfes der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im überwiegend von Kurden bewohnten Südosten der Türkei. In der Vergangenheit hatte sich die PKK immer wieder zu Bombenanschlägen in Diyarbakir und anderen großen Städten in der Region bekannt. In jüngster Zeit hatte die türkische Armee ihr Vorgehen gegen mutmaßliche PKK-Kämpfer in der Südost-Türkei verschärft und auch Luftangriffe gegen PKK-Stellungen im Nordirak geflogen, der als Rückzugsgebiet der Unabhängigkeitskämpfer gilt.

Die Ermittlungen hätten bereits begonnen, sagte Gouverneur Mutlu, während Sprengstoffexperten am Anschlagsort nach Spuren suchten. Die Polizei riegelte den Tatort ab und erklärte, dies sei eine Sicherheitsmaßnahme wegen möglicher weiterer Explosionen. Nach eigenen Angaben fahndete die Polizei nach zwei Menschen, die nach Augenzeugenberichten vom Anschlagsort geflohen waren. Zunächst war aber unklar, ob es sich bei diesen um Verdächtige handelte.

Schüler unter den Toten

Bei zwei der Toten handelt es sich nach Behördenangaben um Schüler, die in der Nähe Privatstunden nahmen. Unter den Verletzten waren demnach rund 30 Soldaten sowie erwachsene Zivilisten und weitere Schüler. Unmittelbar nach dem Anschlag zeigten Fernsehbilder, wie Verletzte in mehrere Krankenwagen getragen wurden und Feuerwehrleute gegen ein großes Feuer ankämpften. Bei der Explosion wurden das Armeefahrzeug und fünf weitere Autos zerstört.

Wieder habe der Terrorismus seinen „hässlichen Kopf“ gehoben“, sagte Erdogan im türkischen Fernsehen. „Aber diese Vorfälle können unserer Entschlossenheit nichts anhaben, zu Hause und im Ausland gegen den Terrorismus anzukämpfen“, betonte er. Die US-Botschaft bezeichnete das Attentat als „furchtbares Beispiel für die sinnlosen Tragödien, die durch den Terrorismus verursacht werden“. Washington „bekräftigt seine Entschlossenheit, der Türkei im Kampf gegen jede Art von Terrorismus beizustehen“, hieß es in einer Erklärung. löh/AFP  

Attentat - Bhutto-Anhänger fordern UN-Untersuchung

Thursday, January 3rd, 2008

Die Anhänger der ermordeten pakistanischen Oppositionsführerin Bhutto verlangen die Untersuchung des Attentats durch die Vereinten Nationen. Der Regierung vertrauen sie nicht. Anhänger der ermordeten pakistanischen Oppositionsführerin Bhutto in Islamabad Nur so könne die Wahrheit ans Licht kommen, sagte ein Sprecher von Benazir Bhuttos Pakistanischer Volkspartei (PPP), Farhatullah Babar, am Donnerstag. Die Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, britische Experten würden die Ermittlungen unterstützen.

Scotland-Yard reist nach Pakistan

Weder eine eigenständige Untersuchung noch eine „vage ausländische Beteiligung“ könne die bestehenden Zweifel und Verdachtsmomente ausräumen, erklärte Babar dazu. Die Regierung habe jegliche Glaubwürdigkeit verloren. London zufolge soll ein kleines Team von Scotland-Yard-Mitarbeitern Ende der Woche nach Islamabad reisen. Bhutto hatte einen Großteil ihrer acht Jahre im Exil in London verbracht, bevor sie im Oktober nach Pakistan zurückkehrte. ZUM THEMA Pakistan:
Bundesregierung appelliert an Verhandlungsbereitschaft Bhutto-Mord:
Neues Video belastet pakistanische Regierung Pakistan:
Wollte Bhutto Komplott aufdecken? Bhuttos Sohn:
„Demokratie ist die beste Rache“ Nachfolge:
Bhuttos Sohn tritt politisches Erbe an Nach dem Attentat auf die Politikerin beschloss die Wahlkommission, die Parlamentswahl um sechs Wochen auf den 18. Februar zu verschieben. Die PPP verurteilte die Festsetzung des neuen Termins und erklärte, die Regierung sei nicht ehrlich an einer fairen Wahl interessiert. Die Partei wolle jedoch an der Wahl teilnehmen, um das Feld nicht der Partei von Präsident Pervez Musharraf zu überlassen. Die Pakistanische Muslimliga (PML-N) des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif schloss sich dieser Haltung an. Die Opposition hatte bis zuletzt gefordert, die Wahl wie geplant am 8. Januar durchzuführen. fe/AP  

Kindstötung: Verhungerter Robin: Zwei Tage allein in der Wohnung?

Thursday, January 3rd, 2008

Der am zweiten Weihnachtstag verhungerte und verdurstete Robin aus Kirchberg in Sachsen soll vor Heiligabend von seiner Mutter zwei Tage lang allein in der Wohnung gelassen worden sein. Einer entsprechenden Zeugenaussage einer Bekannten der 23 Jahre alten Mutter gehe die Zwickauer Staatsanwaltschaft nach, sagte Oberstaatsanwalt Holger Illing und bestätigte damit einen Bericht der «Freien Presse». Die Mutter hatte in einer ersten Vernehmung angegeben, dass der Zweijährige vor Weihnachten krank gewesen sei. Aus Angst, dass ihr Robin weggenommen werde, habe sie aber keinen Arzt gerufen. (ut/dpa) mehr Nachrichten »

Hinrichtungen: China will Erschießungen durch Giftspritze ersetzen

Thursday, January 3rd, 2008

Trotz internationaler Kritik hält China aber an der Todesstrafe auch für nicht gewalttätige Verbrecher fest. Die Hälfte der Mittleren Volksgerichte in China hätten in den vergangenen zehn Jahren bereits die Erschießung durch tödliche Injektionen als Exekutionsmethode ersetzt, berichtete der Vizepräsident des Obersten Gerichts in Peking, Jiang Xingchang, nach Angaben der “China Daily”. “Es wird als humaner angesehen und wird letztendlich von allen Gerichten eingesetzt werden.”

Angesichts der scharfen Kritik an der Todesstrafe in China, das mehr Menschen hinrichtet als der Rest der Welt zusammen, sagte der Präsident des Obersten Gerichts, Xiao Yang, eine Abschaffung auch nur für nicht gewalttätige Verbrechen sei “nicht realistisch”. Die Menschen in China seien fest vom Prinzip “Auge um Auge und Leben für Leben” überzeugt. Die Todesstrafe solle aber nur bei einer “äußerst kleinen Zahl schwerer Verbrecher” angewandt werden.

Leichter Rückgang der Exekutionen laut Amnesty International


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Es gebe einen weltweiten Trend zur strengen Begrenzung oder sogar zur Abschaffung der Todesstrafe. “China arbeitet auch in diese Richtung”, sagte der höchste chinesische Richter. Die Zahl der Hinrichtungen behandelt China als Staatsgeheimnis. Chinesische Akademikerkreise und ausländische Menschenrechtsgruppen sind bisher von 7000 bis 8000 Hinrichtungen im Jahr ausgegangen. Doch verwies Amnesty International jüngst auf einen leichten Rückgang. Jede Todesstrafe muss heute vom Obersten Gericht überprüft werden. Experten erhoffen sich davon eine weitere Verringerung der Hinrichtungen. Die Todesstrafe gilt in China allerdings bei 68 Tatbeständen, von denen die Hälfte keine Gewaltverbrechen sind. (ut/dpa)

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Mietwohnung - Wann Raucher im Recht sind

Thursday, January 3rd, 2008

Seit Januar gilt ein schärferes Rauchverbot in elf Bundesländern, in den meisten Privaträumen darf jedoch weiterhin gequalmt werden. Welche Regeln Mieter beachten müssen. Mieter dürfen zuhause rauchen Raucher haben es nicht einfach: Zahlreiche Verbotsvorschriften regeln, ob und wo Zigaretten, Zigarren oder Pfeiffe erlaubt ist. Dabei stellt jedes Bundesland eigene Normen auf. Das schärfste Gesetz gilt derzeit in Bayern.

Wichtigster Rückzugspunkt für Raucher: Die eigenen vier Wände. „In der Wohnung und auf dem Balkon ist Rauchen erlaubt. In Gemeinschaftsräumen, wie Treppenhaus oder Aufzug, kann es dagegen verboten werden“, sagt Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes. „Normales Rauchen gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache und löst auch keine Schadensersatzansprüche des Vermieters aus.“ ZUM THEMA Neue Verbote:
Raucher müssen draußen bleiben Recht:
Die 44 wichtigsten Urteile für Mieter Miete:
Wann Vermieter im Recht sind Mietvertrag:
Wie Vermieter tricksen Schönheitsreparaturen:
Wann Mieter streichen müssen Recht auf Fluppe auch bei Kettenrauchern?

Das gilt zumindest für normalen Rauchkonsum. Ob sich darauf auch Mieter berufen können, wenn sie „exzessiv“ rauchen, muss der Bundesgerichtshof am 9. Januar klären. Im Fall will ein Vermieter die Renovierungskosten ersetzt haben, weil sein Mieter – wie er sagt – so stark geraucht habe, dass sich der Geruch in die Tapeten eingefressen habe. Ob der Mieter zahlen muss, ist offen.

Wo Mieter rauchen dürfen, ist dagegen eindeutig entschieden. Was Raucher wissen sollten.   Mietwohnung Die wichtigsten Urteile für Raucher Seite 1/2 Wann Raucher im Recht sindDie wichtigsten Urteile für Raucher  

Rohstoffe - 100 Dollar fürs Öl – kommt jetzt der Crash?

Thursday, January 3rd, 2008

Erdöl kostet so viel wie noch nie, allein 2007 stieg der Preis um 60 Prozent. Wie lange kann das gutgehen? Die wichtigsten Antworten für Anleger und Verbraucher. Von FOCUS-Online-Redakteur Ansgar Siemens Erdöl schmiert die Konjunktur, lässt die Wirtschaft wachsen. Ohne Öl kein Benzin, kein Heizöl, kein Brennstoff. Ganz gleich ob Unternehmen Schuhe verkaufen, Autos oder Maschinen: Öl ist unverzichtbar.

Zu Beginn des neuen Jahres der Preisschock: Ein Fass Rohöl, das sind 159 Liter, kostete am Mittwoch mehr als 100 Dollar – so viel wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr bereits war der Preis explodiert, legte um satte 60 Prozent zu. Noch im Jahr 2003 waren 159 Liter Öl für weniger als 25 Dollar zu haben. Kracht jetzt die Konjunktur? Was machen Aktien? Wie teuer wird Heizöl? ZUM THEMA Ölpreis: Verdoppelung in zehn Jahren Rohstoffe: Ölpreis auf Allzeithoch Rohstoffe: Gold- und Ölpreis auf Rekordniveau   Rohstoffe Warum der Ölpreis jetzt über 100 Dollar steigt Seite 1/7 100 Dollar fürs Öl – kommt jetzt der Crash?Warum der Ölpreis jetzt über 100 Dollar steigtWie es mit dem Ölpreis weitergehtDie ProfiteureWas das teure Öl für Aktien bedeutetSprit und Heizöl werden teurerWie Anleger gewinnen  

Eisbärengeburt: Nürnberg will keine “doofe Knutomanie”

Thursday, January 3rd, 2008

Der Tiergarten Nürnberg will nach der Geburt seiner Eisbären-Babys einen Rummel wie bei Knut im Berliner Zoo vermeiden. Tiergarten-Vizechef Helmut Mägdefrau sagte der “Süddeutschen Zeitung”, er werde alles dafür tun, dass sich “die doofe Knutmanie in Nürnberg nicht wiederholt”. Er habe nichts gegen Knut. Aber “wenn von diesem ganzen Vermarktungszeug” am Ende als Erkenntnis übrig bleibe, “dass diese Eisbären ja soo süüße Tierchen sind - dann will ich da gerne drauf verzichten”.

Tod der Babys wäre “relativ natürlicher Vorgang”

Mägdefrau betonte, er habe zwar “allergrößten Respekt” vor der Leistung der Berliner Kollegen: “Einen Eisbären per Handaufzucht vom ersten Tag an großzuziehen - da kann ich nur sagen: alle Achtung.” Aber in Nürnberg würde man nicht eingreifen, falls die Jungen von ihren Müttern verstoßen würden, selbst wenn das den Tod der Eisbärenbabys bedeuten würde. “Das wäre ja ein relativ natürlicher Vorgang, die Bärinnen sind schließlich Erstgebärende. Wenn sie ihre Kleinen sterben lassen wollen, dann müssen die eben sterben.”


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Wie viele Jungen die Eisbärendamen Vera und Vilma bekommen haben, ist bislang noch nicht bekannt. “Wir wissen, dass beide Damen im Frühjahr begattet wurden. Und wir wissen, dass beide nun Nachwuchs bekommen haben”, sagte Mägdefrau. Beide hätten sich nun in ihre Höhle verkrochen, um die Jungen in aller Ruhe großzuziehen. “Mehr brauchen wir nicht zu wissen”, sagte der Tiergarten-Vizechef. (ut/ddp)

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Fernost: Die neue politische Herausforderung für den Westen

Thursday, January 3rd, 2008

In der Weltwirtschaft und auf den Weltfinanzmärkten verschieben sich die Gewichte – in einem Umfang und einem Tempo, dass einem der Atem stockt. Und die Veränderungen kennen nur eine Richtung: von West nach Ost, von Europa und Amerika nach Asien.

Wie ein Brandbeschleuninger, der diese Entwicklung weiter anfacht, wirkt die Krise auf dem US-Immobilienmarkt. Mehrere amerikanische, aber auch europäische Großbanken haben sich mit ihrem leichtsinnigen Kredithandel in ernste Schwierigkeiten gebracht. Citigroup, Merrill Lynch, Morgan Stanley und UBS brauchen dringend frisches Kapital. In ihrer Not suchen (und finden) sie Hilfe ausgerechnet bei jenen Staatsfonds, vor deren Zugriff westliche Politiker eben noch gewarnt haben.

Vor allem aus Singapur, Abu Dhabi, Kuwait und Saudi Arabien fließt das Geld. Aber auch die staatliche China Investment Company kauft sich ein, mit fünf Milliarden Dollar bei der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die Finanzkraft der Volksrepublik China ist gewaltig. Der Aktienmarkt ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Von den fünf größten Banken der Welt haben heute drei ihren Sitz in China.

Die Chinesen wissen kaum noch, wohin mit ihren riesigen Devisenreserven von mittlerweise rund 1400 Milliarden Dollar. Eine Beteiligung an einer Großbank scheint ihnen da eine lukrativere Anlage zu sein als der weitere Kauf von US-Staatsanleihen.


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Begibt sich der Westen auf diese Weise in eine einseitige Abhängigkeit von asiatischem oder arabischem Staatsgeld – finanziell, aber auch politisch? Oder führt die gegenseitige Verflechtung der Volkswirtschaften im Gegenteil zu größerer Stabilität, weil jede Seite Interesse am Wohlergehen der anderen hat?

Schon ist von einer neuen Systemkonkurrenz die Rede, von einer Herausforderung der liberalen westlichen Gesellschaften durch einen „autoritären Kapitalismus“ chinesischer oder auch russischer Prägung. So heißt es in einem kürzlich von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vorgelegten Strategiepapier zur Asienpolitik: „Mit China steigt ein undemokratischer, nichtliberaler Staat in der weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Hierarchie auf, der sich zudem – in Konkurrenz zum Westen – zu einem eigenen ordnungspolitischen Modell für andere Staaten entwickelt.“

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Schrecklicher Fund vor Babyklappe: Noch keine Spur von Eltern des toten Säuglings

Thursday, January 3rd, 2008

Die Ermittler hoffen, dass Zeugen das Frotteetuch, in das der Junge gewickelt war, wiedererkennen, sagte ein Polizeisprecher. Der vermutlich höchstens anderthalb Tage alte Junge war am Mittwoch von einem Mitarbeiter des Friederikenstifts in der Nähe der Babyklappe entdeckt worden. Die Ärzte konnten nur noch den Tod des Säuglings feststellen.

Verhungert oder erfroren - Todesursache noch nicht bekannt

Eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion ergab den Angaben zufolge, dass der Junge erst dieses Jahr zur Welt gekommen ist. Die Nabelschnur sei noch nicht abgetrennt gewesen. Der Säugling sei verhungert oder erfroren. Die exakte Todesursache habe sich nicht feststellen lassen. Es gebe jedoch keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung.

Bislang habe sich auch nicht klären lassen, ob das Kind bereits tot abgelegt wurde oder erst später starb, sagte der Sprecher. Die Babyklappe sei versiegelt worden. Spezialisten der Polizei sollen überprüfen, ob sie einwandfrei funktioniert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen wegen fahrlässiger Tötung.

Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung


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Die Ermittler hoffen nach der Veröffentlichung mehrerer Fotos auf Hinweise auf die Eltern des toten Säuglings. Auf den Fotos sind verschiedene Textilien zu sehen, die bei dem Jungen gefunden wurden. Auch sollten sich Zeugen bei der Polizei melden, die Frauen kennen, die kürzlich noch hochschwanger gewesen seien und nun kein Kind hätten, sagte der Polizeisprecher. (ut/ddp/dpa)

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Jugendkriminalität: “Lange Strafen schrecken nicht”

Thursday, January 3rd, 2008

ZEIT online: Die Rückfallquote von jugendlichen Straftätern, die eine Gefängnisstrafe absitzen mussten, liegt bei 80 Prozent. Gegner von härteren Strafen führen diese Misserfolgsquote gerne an, um für andere Maßnahmen als Freiheitsentzug zu werben. Doch interpretieren sie diese Zahl nicht falsch? Liegt die Rückfallquote nicht womöglich deswegen so hoch, weil nur die Unbelehrbarsten in den Knast kommen, bei denen alle anderen Maßnahmen vorher versagt haben?

Andreas Behm: Völlig richtig. Ich finde es sogar eine erstaunlich hohe Erfolgsquote, wenn man sich anschaut, wer da sitzt. Das ist wirklich die Crème de la Crème unter den jugendlichen Delinquenten.

ZEIT online: Sind es tatsächlich vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund, wie es zur Zeit oft heißt?

Behm: Das kann man nicht pauschal sagen. Es sind zwei Gruppen: Straftäter mit einmaligem, aber schwerem Delikt wie Totschlag. Und solche, die einem gleichen sozialen Rahmen zugehören. Wobei es sich nicht mehr um Jugendgangs handelt – die sind schon länger out -, sondern um Jugendliche ähnlicher sozialer Herkunft, die eher im losen Verbund, mit wechselnden Partnern oder alleine Straftaten verüben. Oft kommen sie aus einem bestimmten Stadtteil. Gemein ist ihnen häufig jedoch, dass ihnen Grenzen und Perspektiven fehlen.

Wenn von Migrationshintergrund gesprochen wird, ist das auch insofern nicht vollständig zutreffend, weil die Jugendlichen oft schon in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland leben.


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ZEIT online: In der Diskussion um eine Verschärfung des Jugendstrafrechts wird immer gerne mit Zahlen argumentiert. Die einen betonen, dass die Jugendkriminalität zurückgeht, die anderen, dass die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen steigt. Was stimmt?

Behm: Die Statistiken sind sehr schwer interpretierbar. Die Kriminalität schwankt stark regional. Außerdem kommen wesentlich mehr Delikte zur Anzeige – zum Beispiel wird heute ein Raub mit geringer Beute viel eher angezeigt als früher. Das gleiche gilt für Gewalt unter Jugendlichen – das hat früher schlicht kaum einer gemeldet.

ZEIT online: Immerhin sind sich alle einig, dass man kriminelle Karrieren frühzeitig unterbrechen sollte. Was kann die Justiz dafür tun?

Behm: Sie sollte zeitnah handeln. Sicher, Verfahren dauern ihre Zeit und man braucht auch Zeit für Beobachtung und Gutachten. Aber oft werden die Jugendlichen lawinenartig straffällig – da begehen sie innerhalb von zwei, drei Wochen zig Delikte. Besonders hier ist schnelles Handeln wichtig. In Berlin-Neukölln gibt es ein Projekt, in dem Richter und Staatsanwälte öfter und gemeinsam am Ort sind, um die Fälle schneller zu bearbeiten. Das ist natürlich sehr personalaufwendig.

ZEIT online: Was müsste noch geändert werden?

Behm: Vor allem wäre es wünschenswert, dass für einen Jugendlichen immer die gleiche Person zuständig ist. Nicht nur im Gericht, sondern auch bei der Polizei, damit man den Menschen kennt und besser beurteilen kann. Bislang gibt es oft divergierende Zuständigkeiten, zum Beispiel weil die Delikte in unterschiedliche Dezernatszuständigkeiten fallen. Zumindest was die Intensivtäter mit mehr als zehn Delikten und die Schwellentäter mit ca. fünf bis zehn Delikten angeht, sollte diese Konstanz gewährleistet sein.

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